Die News der Woche aus KW 10/ 2026

Fernwärme-Boom bei SWLB, Wärmepläne unter der Lupe, Windkraft im Süden spart Milliarden – Meldungen aus der KW 10 zum Thema Smart Grids. Schwerpunkte dieses Mal: Netzausbau, Wasserstoff und nachhaltige Wärmeversorgung.

Veröffentlicht: 9. März 2026 | Kategorie: Allgemein, News
MVV

KOB und MVV: Nachhaltiges Energieprojekt sorgt für langfristig planbare Energiekosten

MVV Enamic hat am Standort der KOB GmbH in Wolfstein eine neue Biomasse-Dampfkesselanlage im Contracting-Modell realisiert, die den CO₂-Ausstoß des Medizinprodukte-Herstellers um rund 37 Prozent reduziert. KOB erhält durch den langfristigen Dampfliefervertrag planbare Energiekosten ohne eigenes Investitionsrisiko, während MVV Enamic den technischen Betrieb inklusive Brennstoffversorgung übernimmt. Die Anlage mit einer thermischen Leistung von 2,5 Megawatt wurde offiziell in Anwesenheit der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt eingeweiht.

➤ Zum Artikel (MVV)


NetzeBW

Netze BW fördert Lebensräume unter Stromleitungen

Netze BW nutzt die Flächen unterhalb von Hochspannungsleitungen gezielt zur Förderung der Biodiversität und schafft so wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Durch spezielle Bepflanzung und Pflege der Trassen entstehen artenreiche Biotope, die heimischen Insekten, Vögeln und anderen Wildtieren zugutekommen. Das Projekt verbindet die notwendige Freihaltung der Leitungstrassen mit einem aktiven Beitrag zum Naturschutz.

➤ Zum Artikel (Netze BW)


Fraunhofer ISE

Kommunale Wärmeplanung: Studie von Fraunhofer ISE und Öko-Institut zeigt bundesweit deutliche Unterschiede

Eine erstmalige Auswertung von 113 kommunalen Wärmeplänen für 223 Kommunen durch Fraunhofer ISE und das Öko-Institut zeigt, dass Wärmepumpen bundesweit die zentrale Technologie der Wärmewende sind, während größere Städte zusätzlich stark auf Wärmenetze setzen. Der Anteil leitungsgebundener Wärmeversorgung soll laut den Plänen von heute durchschnittlich 16 auf 40 Prozent steigen, jedoch fehlen vielen Plänen belastbare Annahmen zu Sanierungsraten und Biomassepotenzialen. Die Forschenden empfehlen eine stärkere Abstimmung zwischen dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz und dem Wärmeplanungsgesetz sowie langfristig verlässliche Förderprogramme.

➤ Zum Artikel (Fraunhofer ISE)


SWLB

Fernwärme: Stetiger Ausbau trifft auf steigende Nachfrage

Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) verzeichnen eine stark wachsende Nachfrage nach Fernwärme: Seit dem Start einer interaktiven Wärme-Website Mitte 2025 sind fast 1.000 Interessensbekundungen eingegangen, was die Netzplanung erheblich erleichtert. Zum Jahreswechsel 2025/2026 umfasst das Fernwärmenetz knapp 85 Leitungskilometer mit rund 1.600 aktiven Hausanschlüssen und einer Gesamtwärmeleistung von etwa 135.000 Kilowatt. Ab 2027 will die SWLB ihre Ausbaustrategie gezielt an den Standorten der eingetragenen Interessensmarker ausrichten.

➤ Zum Artikel (Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim)


terranets bw

Drittes Genehmigungsverfahren startet – Trassenverlauf veröffentlicht

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat das dritte Planfeststellungsverfahren für die Spessart-Odenwald-Leitung (SPO) eröffnet: Der rund 35 Kilometer lange Abschnitt „Hessen Süd“ führt von Herchenrode im Modautal über Bensheim und Heppenheim bis nach Lampertheim bei Mannheim. Die Antragsunterlagen mit dem grundstückscharfen Trassenverlauf sind seit dem 9. März 2026 öffentlich zugänglich; Privatpersonen können bis zum 13. Mai 2026 Einwendungen einreichen. terranets bw betont die Bedeutung transparenter Beteiligung für das Gelingen des Leitungsprojekts.

➤ Zum Artikel (terranets bw)


Plattform Erneuerbare Energien BW

Neue Studie: Mehr Windkraft im Süden spart Kosten im Milliardenbereich

Eine Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) im Auftrag der Plattform Erneuerbare Energien BW und des LEE Bayern zeigt, dass ein stärkerer Windkraftausbau in Süddeutschland die jährlichen Redispatchkosten um bis zu 1,8 Milliarden Euro senken und den erforderlichen Nord-Süd-Netzausbau deutlich reduzieren könnte. Trotz zahlreicher genehmigter Projekte erhalten Windanlagen in Baden-Württemberg und Bayern in den bundesweiten Ausschreibungen kaum Zuschläge, da das Referenzertragsmodell schwächere Windstandorte strukturell benachteiligt. Die Branchenverbände fordern daher eine Anpassung des Förderregimes, um den systemisch vorteilhaften Ausbau im Süden zu ermöglichen.

➤ Zum Artikel (Plattform Erneuerbare Energien BW)


Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft BW

Bundesweite Abfrage des künftigen Strom- und Wasserstoffbedarfs

Als Grundlage für den Netzentwicklungsplan 2027 haben Übertragungs- und Fernleitungsnetzbetreiber eine gemeinsame Marktabfrage zu den künftigen Strom- und Wasserstoffbedarfen gestartet, an der Unternehmen, Stadtwerke und Verteilnetzbetreiber bis zum 13. März 2026 teilnehmen konnten. Energieministerin Thekla Walker rief zur regen Beteiligung auf und betonte die Notwendigkeit, Wasserstoff verstärkt lokal in Baden-Württemberg zu erzeugen, da eine schnelle bundesweite Wasserstoffwirtschaft noch nicht absehbar sei. Die sektorübergreifende Abfrage soll eine abgestimmte Planung der Energieinfrastruktur für die Transformation des Energiesystems ermöglichen.

➤ Zum Artikel (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft BW)