Die News der Woche aus KW 21 / 2026
Co-Location-Speicher, RLM-Zählerintegration, skalierbare Perowskit-PV und fahrzeugintegrierte Solarzellen: Neue Impulse für smarte Netze und die Energiewende in Deutschland.
MVV Trading vermarktet innovative Co-Location-Anlage mit Graustromspeicher
MVV Trading übernimmt die Vermarktung einer Co-Location-Anlage, bei der ein Solarpark und ein Graustrom-Batteriespeicher einen gemeinsamen Netzanschlusspunkt nutzen – ein in Deutschland noch seltenes Modell. Der Batteriespeicher der EnerGrid GmbH verfügt über 2,85 MW Leistung und 9 MWh Kapazität, während der Solarpark Hermeshöfchen bis zu 2,5 MWp erzeugt. Das Gemeinschaftsprojekt zeigt, wie bestehende Netzkapazitäten trotz begrenzter Anschlussmöglichkeiten effizient genutzt und erneuerbare Energien wirtschaftlich integriert werden können.
iRLMSys – Validierung eines interoperablen Ansatzes zur Anbindung von RLM-Zählern erstmals live demonstriert
Im Rahmen des Projekts iRLMSys hat VIVAVIS gemeinsam mit Metcom Solutions erfolgreich Labortests durchgeführt, die die technische Machbarkeit der Integration von RLM-Zählern in die iMSys-Infrastruktur über das Smart Meter Gateway belegen. Der entscheidende Vorteil: Bestehende Zählerfernabfragesysteme können weiterhin unverändert genutzt werden, während der Zähler gleichzeitig sicher in die moderne Messinfrastruktur eingebunden wird. Weitere Tests mit Herstellern wie Iskra, Landis+Gyr und EMH metering sind geplant, um die Voraussetzungen für einen Rollout im RLM-Segment ab 2028 zu schaffen.
Skalierbare Herstellung von Perowskit-Photovoltaik
Forschende des KIT und der Universität Valencia haben ein schnelles, lösungsmittelfreies Vakuumverfahren (Close-Space-Sublimation) weiterentwickelt, das Perowskit-Schichten gleichmäßig und mit hoher Rate auch auf strukturierten Siliziumoberflächen aufbringt. Die Methode ermöglicht die Beschichtung in nur zehn Minuten und erzielt Wirkungsgrade von bis zu 24,3 Prozent bei mikrostrukturierten Tandemsolarzellen. Das Verfahren gilt als wichtiger Schritt hin zur industriellen Fertigung, da es auf verschiedenen Siliziumoberflächen ohne Anpassung der Prozessparameter funktioniert.
Solarzellen auf Fahrzeugen können die Netzbelastung in Europa erheblich senken
Laut einer Studie des Fraunhofer ISE können fahrzeugintegrierte Photovoltaik-Zellen (VIPV) dazu beitragen, die Netzbelastung in Europa spürbar zu reduzieren, da Fahrzeuge einen erheblichen Teil ihres Energiebedarfs selbst erzeugen können – in Mitteleuropa bis zu 55 Prozent, in Südeuropa sogar bis zu 80 Prozent. Besonders bei Nutzfahrzeugen wie Lkw, die tagsüber viel Zeit im Freien verbringen, ist das solare Potenzial groß. Durch die zeitliche Übereinstimmung von Solarstromerzeugung und Ladebedarfen könnten Lastspitzen im Stromnetz deutlich abgemildert werden.
➤ Zum Artikel (Fraunhofer ISE)