Die News der Woche aus KW 31 / 2026
Netzausbau am Heuberg, PV-Zubau-Ranking der Landkreise, Natrium-Ionen-Speicher am KIT und Propan-Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser: Aktuelle Entwicklungen der Energiewende in Baden-Württemberg im Überblick.
Stromnetz auf dem Heuberg am Limit: Netze BW legt Maßnahmenpaket für Wachstum und Versorgungssicherheit vor
Auf dem Heuberg stoßen die Mittel- und Hochspannungsnetze durch wachsende Gewerbeflächen, Rechenzentren und Batteriespeicher zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Netze BW kombiniert deshalb flexible Übergangslösungen mit gezieltem Netzausbau an mehreren Umspannwerken in der Region, etwa in Gosheim, Spaichingen und Tuttlingen. Bis 2031 sollen dadurch rund 50 Megawatt zusätzliche Netzkapazität entstehen, was dem Bedarf von etwa 25.000 Haushalten entspricht. Haushalte und kleinere Gewerbebetriebe im Niederspannungsnetz sind von den Engpässen bislang nicht betroffen.
Baden-Württemberg: Welche Landkreise bei neu installierten Photovoltaik-Anlagen im ersten Halbjahr 2026 vorne liegen
Im ersten Halbjahr 2026 führt der Neckar-Odenwald-Kreis die PV-Zubau-Rangliste der Landkreise in Baden-Württemberg an, gefolgt vom Landkreis Konstanz und dem Rhein-Neckar-Kreis. Insgesamt wurden landesweit knapp 828 Megawatt neu installiert, was einem Rückgang von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Bei den Balkonsolaranlagen wurde dagegen ein neuer Rekord erreicht: Privatpersonen meldeten 38 Megawatt neu an. Die Analyse stammt von der KEA-BW und dem Solar Cluster Baden-Württemberg im Rahmen des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg.
➤ Zum Artikel (Solar Cluster Baden-Württemberg)
Energiewende: Natrium-Ionen-Speicher erweitert das Energy Lab des KIT
Das KIT hat sein Energy Lab um einen Natrium-Ionen-Speicher mit 100 Kilowattstunden Kapazität und 50 Kilowatt Leistung erweitert. Forschende untersuchen dort unter realitätsnahen Bedingungen unter anderem das Wärmemanagement sowie das Verhalten der Technologie unter verschiedenen Lasten. Natrium-Ionen-Speicher gelten als vielversprechend, da ihre Rohstoffe weltweit reichlich verfügbar und günstiger als bei Lithium-Ionen-Batterien sind und sich zudem eine europäische Wertschöpfungskette aufbauen lässt. Zusätzlich zeichnet sich die Technologie durch eine hohe chemische und thermische Stabilität aus.
Propan-Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser – Fraunhofer ISE entwickelt Lösungskonzepte
Im Forschungsprojekt „LC R290″ hat das Fraunhofer ISE gemeinsam mit zwanzig Unternehmen aus Heizungsbranche und Wohnungswirtschaft Lösungskonzepte entwickelt, um alte Gas- und Ölheizungen in Bestands-Mehrfamilienhäusern durch Propan-Wärmepumpen zu ersetzen. Da sich die Gebäude stark in Heizlast, Bauweise und verfügbaren Wärmequellen unterscheiden, entstanden sowohl zentrale als auch wohnungsweise Lösungsvarianten mit reduzierter Kältemittelfüllmenge. In umfangreichen Sicherheitstests bestätigte sich das Konzept des „belüfteten Gehäuses“, während zwei weitere, potenziell kostengünstigere Sicherheitskonzepte in Folgeprojekten weiterentwickelt werden sollen. Die Ergebnisse fließen nun in das Nachfolgeprojekt „MAMMUT“ ein, das ein Software-Tool zur Auslegung solcher Wärmepumpensysteme entwickeln soll.