Die News der Woche aus KW 33 / 2026
E-Agrartechnik als Blaupause für resiliente Wertschöpfung, ein KIT-System für Strom, Wärme und Kühlung vom selben Dach sowie ein neuer Leitfaden zu PV-Freiflächen in Schutzgebieten.
E-Agrartechnik: Warum die Landwirtschaft zur Blaupause für nachhaltige und resiliente Wertschöpfung werden kann
Die Landwirtschaft steht durch Klimawandel, Ressourcenknappheit und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen vor großen Herausforderungen – aus Sicht des Fraunhofer IAO zeigt sie aber besonders anschaulich, dass Nachhaltigkeit, Resilienz und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sein müssen. Im Zentrum steht die E-Agrartechnik: Elektrifizierte und automatisierte Landmaschinen entwickeln sich vom reinen Arbeitsgerät zu aktiven Bestandteilen des betrieblichen Energiesystems. Erste elektrisch betriebene Maschinen können bereits als mobile Speicher dienen, die selbst erzeugten Solarstrom aufnehmen, zwischenspeichern und bei Bedarf an andere Hofverbraucher wie Melk- oder Futterautomaten weitergeben – bidirektionales Laden wird so auch in der Landwirtschaft praxistauglich. Das Fraunhofer IAO bringt dazu Akteure aus Industrie, Landwirtschaft und Forschung zusammen und entwickelt Simulationslösungen zur Wirtschaftlichkeitsbewertung für ein intelligentes, nachhaltiges Hofmanagement.
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Hybrides Energiesystem: Ein Dach für Strom, Wärme und Kühlung
Eine Arbeitsgruppe des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) um Dr. Gan Huang hat ein hybrides System entwickelt, das auf derselben Dach- oder Fassadenfläche gleichzeitig Strom, Wärme und Kühlung erzeugt und damit separate Anlagen überflüssig macht. Kernstück ist eine transparente Kühlschicht, die Sonnenlicht passieren lässt und zugleich Wärme als Infrarotstrahlung durch das atmosphärische Fenster ins Weltall abgibt, während eine Fresnel-Linse das gebündelte Licht auf einen kleinen photovoltaisch-thermischen Kollektor lenkt. Im Freilandtest erreichte der Prototyp gleichzeitig bis zu 6,5 Grad Kühlung unter Umgebungstemperatur, eine elektrische Leistungsdichte von 60,6 Watt pro Quadratmeter und Wärmenutzungstemperaturen von bis zu 110,8 Grad Celsius. Die Forscher sehen darin einen möglichen Baustein für multifunktionale Gebäudehüllen, etwa auch für energieintensive KI-Rechenzentren, und wollen als Nächstes Lichtführung, Wärmemanagement und Solarzellen weiter optimieren.
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Neuer Leitfaden: Rechtliche Zulässigkeit von Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Landschaftsschutzgebieten
Rund 22 Prozent der Landesfläche Baden-Württembergs sind als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen, was den Ausbau der erneuerbaren Energien mit dem Natur- und Landschaftsschutz in Konflikt bringen kann. Die KEA-BW hat deshalb einen neuen Leitfaden veröffentlicht, der Kommunen, Genehmigungsbehörden, Projektentwicklern und Planungsbüros Orientierung zu den rechtlichen Rahmenbedingungen von Photovoltaik-Freiflächenanlagen in solchen Gebieten bietet. Die Publikation erläutert die naturschutzrechtlichen Vorgaben, zeigt Voraussetzungen für Ausnahmegenehmigungen auf und beschreibt Schritt für Schritt mögliche Wege zur Realisierung solcher Anlagen unter Berücksichtigung aktueller gesetzlicher Entwicklungen. Der Leitfaden eignet sich besonders als Arbeitshilfe für Kommunen, die Flächen für Freiflächen-Photovoltaik prüfen oder Genehmigungsverfahren begleiten, und ist über die Seiten von Erneuerbare BW abrufbar.
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