DLR entwickelt solare Zementherstellung mit konzentrierter Solarstrahlung
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erprobt im Projekt CemSol die Zementherstellung mittels konzentrierter Solarstrahlung und erreicht damit eine potenzielle CO₂-Reduktion von über 90 Prozent.
Bestrahlung des Reaktors.
Die Zementindustrie verursacht weltweit etwa acht Prozent der globalen CO₂-Emissionen, wobei rund 60 Prozent aus der Kalzinierung von Kalkstein stammen. Unser Mitglied, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), hat mit dem Projekt CemSol eine Lösung für dieses Problem entwickelt. Dabei ersetzen Forscherinnen und Forscher des DLR den energieintensiven Prozess durch solarthermische Hochtemperaturwärme und nutzen das Calcium-Looping-Verfahren (CaL), das einen geschlossenen Materialkreislauf ermöglicht. Tests mit dem DLR-Sonnensimulator Synlight zeigen, dass bis zu 65 Kilowatt konzentrierte Solarstrahlung den Kalkstein zu 100 Prozent kalzinieren und das ohne Qualitätsverlust des Zements.
In einer mehrmonatigen Testkampagne wurden 25 Bestrahlungstests durchgeführt, bei denen pro Stunde 15 bis 50 Kilogramm Kalkstein-Partikel verarbeitet wurden. Die gewonnenen Daten dienen als Grundlage für die Skalierung der Technologie. „Konzentrierte Sonnenenergie kann effizient für Hochtemperaturanwendungen genutzt werden und trägt so zu einer klimafreundlicheren Industrie bei“, erklärt Projektleiter Gkiokchan Moumin. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben. Die Technologie bietet besonders für sonnenreiche Regionen der EU großes Potenzial, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.