Fraunhofer ISE und Himachal Pradesh University forschen gemeinsam zu schwimmenden Photovoltaik-Anlagen

Das Fraunhofer ISE und die Himachal Pradesh University stärken ihre Zusammenarbeit an Forschungsprojekten im Bereich Erneuerbare Energien. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Forschung zur sogenannten Floating PV.

Veröffentlicht: 3. August 2026 | Kategorie: Allgemein, News
Fraunhofer ISE

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und die Himachal Pradesh University (HPU) Shimla (Indien) haben ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um gemeinsam an Forschungsprojekten im Bereich Erneuerbare Energien zu arbeiten sowie die gegenseitige Betreuung von Master- und PhD-Studierenden zu ermöglichen und Austauschprogramme anzubieten. Ein besonderer Fokus liegt auf schwimmenden Photovoltaik-Anlagen (Floating PV) sowie Agri-Photovoltaik.

Laut Dr. Karolina Baltins, Gruppenleiterin für PV-Kraftwerke am Fraunhofer ISE, bietet Indien ein hohes Potenzial für Floating PV Installationen, kombiniert mit ambitionierten Ausbauzielen für Erneuerbare Energien. Ähnlich wie in Europa bestehe hier Bedarf an Klärung von Genehmigungsprozessen, gesellschaftlicher Akzeptanz sowie offener Forschungsfragen zu Anlagenwirtschaftlichkeit, langfristiger Systemzuverlässigkeit und ökologischen Auswirkungen.

Die Basis für das MoU bildete ein Early Career Research Fellowship der Wissenschaftler Alexander Graef (Fraunhofer ISE) und Dr. Manish Kumar (HPU), gefördert vom Indo-German Science and Technology Centre (IGSTC). 2025 forschte Dr. Kumar mehrere Wochen in Deutschland, während Alexander Graef im Frühjahr 2026 für fünf Wochen an der HPU und anderen indischen Einrichtungen tätig war. Die Ergebnisse dieser Aufenthalte fließen nun in die vertiefte Zusammenarbeit ein.

 

Hintergrund: Floating PV

Floating PV (FPV) bezeichnet schwimmende Photovoltaikanlagen, die auf Seen oder anderen Gewässern installiert sind. Die Technologie stellt eine wachsende Nische im Bereich der Photovoltaik dar und birgt ein bislang weitgehend ungenutztes Potenzial zur Stromerzeugung und zum Klimaschutz.

In den letzten Jahren hat Floating PV einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt: Die weltweit installierte Gesamtleistung stieg von etwa zehn Megawatt im Jahr 2014 auf über 7,7 Gigawatt im Jahr 2023. Im Gegensatz zu Freiflächensolaranlagen werden die PV-Module auf Schwimmkörpern montiert und auf stehenden Gewässern oder im Meer platziert. Auch in Deutschland gibt es viele künstliche Gewässer, die aus technischer Sicht für schwimmende PV genutzt werden könnten.

Quellen