Netze BW stärkt Resilienz der Stromnetze gegen Angriffe und Extremwetter

Angesichts wachsender Gefahren für Energieinfrastrukturen investiert der Verteilnetzbetreiber Netze BW in Resilienz, Netzsteuerung und Infrastruktur, um die Stromversorgung weiterhin zu sichern.

Veröffentlicht: 22. September 2026 | Kategorie: Allgemein, News
mit KI erstellt

Unser Mitglied Netze BW (zur Mitgliedsseite) treibt den Ausbau und die Modernisierung seiner Netzinfrastruktur voran. Vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterereignisse, möglicher Angriffe auf Energieinfrastruktur und des grundlegenden Umbaus des Energiesystems gewinnt die Widerstandsfähigkeit der Stromversorgung weiter an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt die Versorgungsqualität in Baden-Württemberg auf hohem Niveau: Im Jahr 2025 war die Stromversorgung im Durchschnitt lediglich rund 14 Minuten je Einwohnerin und Einwohner unterbrochen.

 

Leitstellen als Herzstück des Netzbetriebs

Eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung der Versorgung spielen die Netzleitstellen, die das Geschehen rund um die Uhr überwachen. Bei Störungen bewerten die Mitarbeitenden Ursachen, steuern Schalthandlungen und koordinieren Einsatzkräfte vor Ort. Redundante Systeme und eingespielte Abläufe ermöglichen es häufig, betroffene Gebiete innerhalb kurzer Zeit wieder anzuschließen. Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien kommt den Leitstellen zudem eine vorausschauende Steuerungsfunktion zu: Von hier aus werden Einspeiseanlagen geregelt, um das Netz stabil zu halten. Dr. Selma Lossau, technische Geschäftsführerin der Netze BW, erläutert: „Versorgungssicherheit und Energiewende gehören untrennbar zusammen. Gleichzeitig rückt der Schutz kritischer Infrastruktur stärker in den Fokus. Leistungsfähige Netze, moderne Steuerungstechnik und schnelle Reaktionsfähigkeit werden immer wichtiger, um die Stromversorgung auch unter anspruchsvollen Bedingungen sicherzustellen. Die aktuelle Sicherheitslage zeigt aber auch, dass Resilienz eine gemeinsame Aufgabe von Netzbetreibern, Sicherheitsbehörden und Politik ist. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, praxistaugliche Regeln und die richtigen Rahmenbedingungen für Investitionen in Sicherheit und Resilienz.“

 

Investitionen in Milliardenhöhe für Netze der Zukunft

Um die Stromnetze für die kommenden Jahrzehnte zu rüsten, plant die Netze BW bis 2045 Investitionen von mehr als 35 Milliarden Euro. Vorgesehen sind unter anderem der Ersatzneubau von 2.900 Kilometern Hochspannungsleitungen, 120 Kilometer neue Trassen sowie die Erweiterung von rund 90 Prozent der bestehenden Umspannwerke. Hinzu kommen zahlreiche Maßnahmen in den Mittel- und Niederspannungsnetzen. Diese Investitionen schaffen die Voraussetzungen für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, und dem verstärkten Einsatz von Wärmepumpen und Elektromobilität und erhöhen zugleich die Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur. Richard Huber, Leiter systemübergreifende Infrastruktur, beschreibt Resilienz als die Fähigkeit, auch unter außergewöhnlichen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben. Deshalb investiert das Unternehmen kontinuierlich in Technik, Prozesse und die Qualifizierung seiner Mitarbeitenden.

Quellen