THU testet flexible Solarstrom-Einspeisesteuerung nach australischem Vorbild in Baden-Württemberg

Die THU startet das Forschungsprojekt FLEXSolar-BW, um „flexible Export Limits“ für Solarstrom in Baden-Württemberg zu erproben und damit eine Alternative zu pauschalen Einspeisebegrenzungen zu schaffen.

Veröffentlicht: 10. März 2026 | Kategorie: Allgemein, News
Worakit09 / Depositphotos.com PV-Anlage im Sonnenlicht aus Solarlabor

Seit Dezember 2025 läuft an der Technischen Hochschule Ulm (THU) das Forschungsprojekt FLEXSolar-BW, das bis Juli 2027 vom baden-württembergischen Umweltministerium gefördert wird. Ziel ist die Erprobung eines in Südaustralien bereits etablierten Verfahrens: „Flexible Export Limits“ ermöglichen eine dynamische Anpassung der Solarstrom-Einspeisung aus Hausdachanlagen an die aktuelle Netzsituation. Statt feste Begrenzungen oder Nulleinspeisung vorzuschreiben, wird die Einspeisung bedarfsgerecht gesteuert – eine praxisnahe Umsetzung der flexiblen Netzanschlussvereinbarungen (§ 8a EEG 2023).

Im Projekt entsteht eine technische Plattform, die internationale Standards nutzt und über Smart Meter Gateways sowie CLS-Steuerboxen in die deutsche Netzinfrastruktur integriert wird. Die Lösungen werden im Labor und im Realbetrieb mit Haushalten und Wechselrichter-Herstellern getestet. Partner wie die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH und Unternehmen wie advalju, VIVAVIS, PSI und SunSpec Allianz unterstützen die Umsetzung. Die Ergebnisse sollen in nationale Normen einfließen, um Netzausbaukosten zu senken und die Effizienz der Stromnetze zu steigern.

„Mit FLEXSolar-BW zeigen wir, dass Solarspitzen nicht generell abgeschnitten werden müssen. Statt starrer Begrenzungen setzen wir auf intelligente Lösungen, die sich im Alltag bewährt haben – wie in Australien. Davon profitieren sowohl Bürgerinnen und Bürger mit Solaranlagen als auch die Stromnetze insgesamt“, erklärt Projektleiter Professor Gerd Heilscher.

Energieministerin Thekla Walker betont: „An dem Forschungsprojekt „FLEXSolar-BW“ der TH Ulm sehen wir, dass Solarstrom vom Hausdach nicht pauschal begrenzt werden muss. Die Einspeisung kann flexibel an die aktuelle Situation im Stromnetz angepasst werden. Damit können wir weiter auf Tempo drücken beim PV-Ausbau und uns fit machen für den Abschied von fossilen Energieimporten.“ Die THU nutzt dafür ihre einzigartige Forschungsumgebung, darunter das Smart Grid Labor und den THU-Energiepark, um Lösungen direkt im Praxisbetrieb zu erproben.

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