Übertragungsnetzbetreiber legen neuen Szenariorahmen für Netzentwicklungsplan Strom 2040/2045 vor
TransnetBW, Amprion, 50Hertz und TenneT veröffentlichen Entwurf mit aktualisierten Annahmen zu Großbatteriespeichern und Rechenzentren.
Symbolbild: Umspannwerk Pulverdingen aus der Luft (TransnetBW)
Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW (Mitgliedsseite ), Amprion (Mitgliedsseite) , 50Hertz und TenneT haben den Szenariorahmen für den kommenden Netzentwicklungsplan Strom 2040/2045 vorgelegt. Das Dokument skizziert mögliche Entwicklungspfade für die Zieljahre 2040 und 2045 und orientiert sich dabei am Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045. Jeweils drei Szenariopfade sollen die zugrunde gelegten Annahmen frühzeitig transparent machen. Für die europäische Perspektive greifen die Netzbetreiber auf den Ten-Year Network Development Plan (TYNDP) zurück, konkret auf das Szenario National Trends+.
Großbatteriespeicher und Rechenzentren im Aufschwung
Im Vergleich zur Vorversion sind die Ausbau- und Bedarfsannahmen für Großbatteriespeicher und Rechenzentren spürbar gestiegen. Gleichzeitig fallen die Erwartungen an den Ausbau von Elektrolysekapazitäten niedriger aus als noch im Netzentwicklungsplan Strom 2037/2045 (2025). Bis 2045 könnte der Bruttostromverbrauch in Deutschland je nach Szenario auf 992 bis 1.208 Terawattstunden jährlich steigen. Photovoltaik bleibt in allen Szenarien die Technologie mit der höchsten installierten Leistung. Bei der Stromerzeugung führt die Windenergie an Land, gefolgt von der Windenergie auf See.
Erstmals sektorenübergreifendes Szenario für Strom, Gas und Wasserstoff
Der neue Szenariorahmen legt einen Schwerpunkt auf die sektorenübergreifende Koordination von Strom-, Gas- und Wasserstoffinfrastrukturen. Erstmals haben die Übertragungsnetzbetreiber mit den Fernleitungs- und Wasserstoffnetzbetreibern ein gemeinsames Szenario entwickelt, um der wachsenden Bedeutung einer abgestimmten Planung gerecht zu werden. Eingeflossen sind auch Erkenntnisse aus einer gemeinsamen Marktabfrage sowie einer Netzbetreiberabfrage, die künftige Bedarfe aus Bereichen wie Industrie, Rechenzentren, Batteriespeichern und Elektrolyseuren erfassen. Zudem wurde die Methodik weiterentwickelt: Erstmals kommen Wetter- und Klimaprojektionen auf Basis von Klimamodellen zum Einsatz, statt wie bisher auf ein historisches Wetterjahr zurückzugreifen. Dadurch lassen sich künftige klimatische Bedingungen und ihre Auswirkungen auf Stromerzeugung, Stromverbrauch und Netzauslastung differenzierter abbilden.
Weiteres Vorgehen
Der Entwurf wird nun von der Bundesnetzagentur öffentlich konsultiert. Auf Basis des Entwurfs, der Konsultation und der eigenen Einschätzung genehmigt die Bundesnetzagentur einen verbindlichen Szenariorahmen, der die Grundlage für die Markt- und Netzberechnungen im Netzentwicklungsplan Strom 2040/2045 bildet.
Quellen
- TransnetBW: Szenariorahmen für den Netzentwicklungsplan Strom 2040/2045 (2027): Neuer Szenariorahmen bildet veränderte Anforderungen an das Stromsystem ab (31.08.2026)
- Bundesnetzagentur: Szenariorahmen 2027-2040/2045 (31.08.2026)