ZSW und TH Ulm entwickeln netzdienliche Betriebsmodelle für Großbatteriespeicher
Das Forschungsprojekt STRIVE.BW untersucht, wie stationäre Batteriespeicher in Verteilnetzen wirtschaftlich und netzstabilisierend betrieben werden können.
Großbatteriespeicher sollen künftig nicht nur marktgetrieben, sondern auch netzdienlich betrieben werden – und das ohne wirtschaftliche Einbußen. Genau hier setzt das Forschungsprojekt STRIVE.BW an, das unser Mitglied, das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gemeinsam mit der Technischen Hochschule Ulm (ebenfalls Mitglied bei SmartGridsBW) sowie Partnern aus Netzwirtschaft und Industrie ins Leben gerufen hat.
Bislang orientiert sich der Einsatz stationärer Batteriespeicher in Verteilnetzen vorrangig an Strommarktpreisen. Das sichert zwar Erlöse, kann aber Netzengpässe verschärfen. Verteilnetzbetreiber und die Bundesnetzagentur fordern daher zunehmend netzstabilisierende Betriebsweisen – etwa durch flexible Netzanschlussvereinbarungen (FCA) oder dynamische Netzentgelte im Rahmen des AgNes-Prozesses (Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom).
STRIVE.BW entwickelt innovative Betriebsmodelle, die beide Ziele vereinen: Netzdienlichkeit und Wirtschaftlichkeit. Untersucht wird dabei, wie Netzzustandsprognosen – basierend auf Erzeugungsdaten, Wetterprognosen und historischen Messwerten – dynamische Leistungsbeschränkungen ermöglichen können, ohne die Rentabilität der Speicher zu gefährden. Die erarbeiteten Konzepte werden anschließend gemeinsam mit Praxispartnern anhand realer Netzdaten validiert.
Bei dem Projekt sind mit der Netze BW, der FairNetz und der Kanzlei Becker Büttner Held (BBH) noch weitere Mitgliedsunternehmen von SmartGridsBW teil des Konsortiums.
Quelle
- ZSW: Großbatteriespeicher netzdienlich und trotzdem wirtschaftlich betreiben (05.03.2026)
- ZSW: Pressemeldung (05.03.2026)