Mit mehr Erneuerbaren ist ein wirksamer Klimaschutz in BW möglich

Entscheidende Schritte in den nächsten zehn Jahren.

Veröffentlicht: 8. August 2020 | Kategorie: Allgemein, Blog | Autor: Magdalena Magosch

Nur ein stärkerer Ausbau erneuerbarer Energien als bislang führt zu einem wirksamen Klimaschutz – das zeigt die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (Plattform EE BW) mit einer neuen Studie. In vier Szenarien berechnet der Autor Dr. Joachim Nitsch verschiedene Ausbaupfade für erneuerbare Energien im Strom- und Wärmesektor sowie die entsprechenden Treibhausgasemissionen.

Die Studie „Ausbau der erneuerbaren Energien für eine wirksame Klimapolitik in Baden-Württemberg“ finden Sie hier.

Plattform Erneuerbare Energien BW Grafik über den Zubau der EE-Stromerzeugung im Szenario BW PLUS bis 2050 bei Windenergie und Photovoltaik

Grafik 1: Zubau der EE-Stromerzeugung im Szenario BW PLUS bis 2050 bei Windenergie und Photovoltaik

Die Untersuchung empfiehlt mindestens das Ausbauszenario “BW PLUS“ mit einem Zubau von 13 Gigawatt installierter Ökostromleistung auf insgesamt 22 Gigawatt bis 2030. Das entspricht einer Halbierung der Treibhausgas-Emissionen Baden-Württembergs von 1990 bis 2030 und hält damit die Tür offen für die Erreichung des Pariser Klimaziels. Dafür sind durchschnittliche Zubauraten für Photovoltaik von 870 Megawatt installierte Leistung pro Jahr beziehungsweise für Windenergie von 325 Megawatt pro Jahr bis 2030 notwendig (vgl. Grafik 1).

Plattform Erneuerbare Energien BW Grafik zum Zubau der EE-Stromerzeugung im Szenario BW PLUS bis 2050 bei Wasserkraft, feste Biomasse, Biogas (einschl. flüssige Biotreibstoffe), Bioabfall sowie Klär- und Deponiegas, Tiefengeothermie

Grafik 2: Zubau der EE-Stromerzeugung im Szenario BW PLUS bis 2050 bei Wasserkraft, feste Biomasse, Biogas (einschl. flüssige Biotreibstoffe), Bioabfall sowie Klär- und Deponiegas, Tiefengeothermie

Auch bei den anteilig kleineren Erneuerbaren wie der Wasserkraft gibt es noch Potenziale zu heben. In die Studie flossen auch Einschätzungen der Plattform Erneuerbare Energien BW und ihrer Mitgliedsverbände ein. Der wissenschaftlichen Grundlage wurde so eine unternehmerische Perspektive hinzugefügt (vgl. Grafik 2).

Für einen erfolgreichen Klimaschutz ist die Umgestaltung des Wärmesektors essenziell: 2018 stammte knapp die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen Baden-Württembergs aus diesem Bereich. Neben einem ambitionierten Ausbau von Wärmenetzen als Grundlage der Wärmewende ist im Szenario „BW PLUS“ der Neubau von bis zu zehn neuen Anlagen der Tiefengeothermie, eine Verdopplung der solarthermischen Kollektoren sowie eine leichte Steigerung der Wärmeerzeugung durch Biomasse vorgesehen.