Mehr Hirn statt Bagger

Prof. Gerd Heilscher spricht im Interview mit Telepolis über die kommenden Herausforderungen für das Verteilnetz und den Aufbau intelligenter Netze.

Veröffentlicht: 18. Mai 2021 | Kategorie: Allgemein, News
Sigmund @sigmund / Unsplash.com Strommasten vor blauem Himmel. Intelligente Netze können den Netzausbau begrenzen.

Der voranschreitende Klimawandel macht eine grundlegende Veränderung der Energieversorgung notwendig. Große zentrale Kraftwerke sollen durch dezentrale regenerative Energiesysteme ersetzt werden. Gleichzeitig soll der Automobilverkehr zu großen Teilen auf E-Mobilität umgestellt werden. Beides führt zu einer steigenden Belastung für die Verteilnetze. Doch ist ein Ausbau der Netze und Kraftwerkskapazitäten die einzige Antwort auf dieses Problem? Gerd Heilscher, Professor für Energiedatenmanagement dezentraler regenerativer Energiesysteme am Institut für Energie- und Antriebstechnik der Technischen Hochschule Ulm, sagt im Interview mit Telepolis, es gäbe klügere Wege.

Wichtig sei dafür eine gesteigerte Informationstransparenz im Verteilnetz sowie weitere Informationen über die Energieflüsse in der Mittel- und Niederspannung. Mithilfe dieser Informationen ließen sich mit Netzberechnungen anschließend Entscheidungsgrundlagen erarbeiten. Netzausbau könne an einigen Stellen die Lösung sein.

Eine Alternative und Ergänzung sei jedoch der Aufbau intelligenter Netze. Das Stromnetz werde dabei um ein Energieinformationsnetz ergänzt. Der Netzbetreiber könne dann den Netzzustand ermitteln, Steuerungsentscheidungen ableiten oder den Kundinnen und Kunden Anreize zur Veränderung ihres Last- & Einspeiseverhaltens geben. Weiterhin sei eine Steuerbarkeit der E-Ladung eine Voraussetzung, um Netzausbau zu vermeiden, so Heilscher. Diese werde durch Smart Meter ermöglicht, welche die Steuerbarkeit von Einspeisern und Lasten ermöglichen. Technische Lösungen mit Smart Metern seien bereits verfügbar und wurden in Demonstrationsprojekten wie C/sells sowie im Feldtest mit Kundinnen und Kunden vorgestellt und erprobt.

Das vollständige Interview finden Sie unter diesem Link.