Mit Wolkenkameras zu mehr Nachhaltigkeit

Projektbeteiligte Vereinsmitglieder: Flughafen Stuttgart GmbH, Hochschule Offenburg, ZSW, Fraunhofer ISE und capdevila-ite.

Veröffentlicht: 27. Oktober 2020 | Kategorie: Allgemein, News
Flughafen Stuttgart GmbH Fünf Personen betrachten das Sensornetzwerk ISInet am Flughafen Stuttgart

Edgar Schmitt von der Hochschule Offenburg, Landesverkehrsminister Winfried Hermann, Elias Siehler von der Flughafen Stuttgart GmbH, Dr. Jann Binder vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg und der Sprecher der FSG-Geschäftsführung Walter Schoefer (von rechts) bei der Besichtigung des Sensornetzwerks ISInet.

Vier Wolkenkameras der Hochschule Offenburg und eine Kamera vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) liefern Daten für zukünftige Prognosen der Solarstromproduktion.

Die Flughafen Stuttgart GmbH hat sich zum Ziel gesetzt bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Dazu sollen knapp 90 Prozent der Treibhausgasemissionen (bezogen auf das Jahr 1990) durch Maßnahmen vor Ort und die restlichen 10 Prozent durch Kompensationen vermieden werden. Dafür setzt sie unter anderem auf nachhaltige Solarstrom-Produktion. Um die Produktion noch weiter voranzutreiben, kommen neuerdings auch Wolkenkameras zum Einsatz. Einmal pro Minute scannen diese den Himmel über dem Flughafen und sollen damit zukünftig Prognosen für die Solarstrom-Produktion ermöglichen. Das Ziel: Das Energiesystem des Flughafens so zu steuern, dass zum Beispiel Elektrofahrzeuge dann geladen werden, wenn die Solaranlagen gerade viel Ertrag bringen. Die Fahrzeuge dienen so auch als Stromspeicher. Die Wolkenkameras sind Bestandteil des Sensornetzwerks „ISInet“, das vom akademischen Mitarbeiter Edgar Schmitt am Institut für Energiesystemtechnik der Hochschule Offenburg konzipiert und entwickelt wurde. Neben der Aufnahme von Wolkenbildern wird es am Flughafen dazu eingesetzt, die Sonneneinstrahlung an verschiedenen Standorten auf dem Flughafen fast sekundengenau zu vermessen, um so zu verstehen, wie sich Wolkenzüge auf die Solarstromproduktion auswirken. Eine Besonderheit ist, dass die Messsysteme hinsichtlich ihres Energiebedarfs und der Datenübertragung völlig autark arbeiten und so mit minimalem Installationsaufwand eingesetzt werden können. Außerdem liefert das Gesamtsystem räumlich verteilte, zeitlich zueinander korrelierende Daten, um die Variabilität der Sonneneinstrahlung in lokalen Gebieten – hier am Flughafen Stuttgart – charakterisieren zu können. Die Entwicklung des Messsystems und die Kooperation mit dem Flughafen Stuttgart finden im Rahmen des Forschungsprojekts C/sells statt, das im Rahmen des Forschung- und Demonstrationsprojekts SINTEG vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Am Projekt beteiligt sind darüber hinaus unsere Vereinsmitglieder Fraunhofer ISE und capdevila-ite.

Hier geht es zur Pressemitteilung der Hochschule Offenburg.