Smart Grids-Gespräche am 07.07.2022 – Referierende & Vortragsinhalte

Eine Übersicht der Vortragsinhalte der Smart Grids-Gespräche am 07.07.2022 zum Thema "Versorgungssicherheit, Cyber-Security und resiliente Netze" sowie eine Kurzvorstellung unserer Referenten.

Veröffentlicht: 21. Juni 2022 | Kategorie: Allgemein

Am 07.07.2022 finden unsere Smart Grids-Gespräche zum Thema „Versorgungssicherheit, Cyber-Security und resiliente Netze“ statt. Hier finden Sie eine Übersicht über die Vortragsinhalte sowie eine Kurzvorstellung der Referentinnen und Referenten. Das vollständige Programm steht Ihnen hier zur Verfügung.

Vortragsinhalte

 

Dr. Heiko Lünser: Impulsbeitrag

Dr. Lünser stellt die Handlungsfelder des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg im Hinblick auf die Versorgungssicherheit des Landes und kommunizierbare Sicherheitsinfrastrukturen entsprechender Informationstechnologien dar.

Kurzlebenslauf Dr. Heiko Lünser

 

Dr. Tobias Weißbach: Status Infrastruktur sowie eingeleitete Sofortmaßnahmen (ÜNB-Sicht)

Der Anspannungsgrad im europäischen Übertragungsnetz war bereits im letzten Winter 2021/22 hoch. Verschiedene Ursachen führten u.a. zu Einschränkungen in der Verfügbarkeit von Erzeugungs- und Leitungskapazitäten, stark steigenden Rohstoff- und Strompreisen und dadurch zu einer sehr hohen Auslastung des Übertragungsnetzes. Die hohe Auslastung erforderte umfangreiche Maßnahmen der ÜNB, um die Systemstabilität zu gewährleisten. Der Ukraine-Krieg fällt somit in ein ohnehin bereits angespanntes Umfeld und zieht die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen nach sich, die in dem Beitrag kurz aus Sicht des ÜNB vorgestellt und eingeordnet werden.

Kurzlebenslauf Dr. Tobias Weißbach

 

Karl-Friedrich Fecht: Cybersicherheitslage im Licht aktueller Entwicklungen

Die Bundesrepublik Deutschland steht aufgrund ihrer geopolitischen Lage, ihrer Rolle in der Europäischen Union und der NATO sowie als Standort zahlreicher Unternehmen der Spitzentechnologie seit Jahren im Fokus fremder Nachrichtendienste. Vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs sind aufgrund westlicher Sanktionsmaßnahmen sowie der deutschen Unterstützung des ukrainischen Staates nach wie vor verstärkte Cyberaktivitäten russischer Hackergruppierungen zu erwarten. Mit Blick auf die Bedrohungslage in Baden-Württemberg könnten somit auch hiesige Unternehmen, öffentliche sowie politische Stellen verstärkt in den Fokus russischer Cyberakteure rücken.

Nachrichtendienstlich gesteuerte Cyberangriffe verfolgen in der Regel zunächst das Ziel, möglichst langfristig und unentdeckt sensible Informationen auszuspähen, um weiter in das Opfersystem vorzudringen und so ggf. auch Cybersabotageangriffe vorbereiten zu können. Das Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet die Entwicklung der steigenden (informationstechnischen wie methodischen) Qualität der Angriffe – auch gegen KRITIS-Unternehmen – in den letzten Jahren mit Sorge.

Cyberspionage und -sabotage sind reale Gefahr und können weitreichende negative Folgen für das angegriffene Gemeinwesen nach sich ziehen bzw. ihm schweren Schaden zufügen. Informationsschutz hat insofern existenzielle Bedeutung und schützt uns auch vor Cyberangriffen fremder Staaten.

Das Landesamt für Verfassungsschutz bildet eine tragende Säule in der Cybersicherheitsarchitektur des Landes und steht bei allen Fragestellungen zu Cyberspionage und -sabotage fremder Staaten als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. Bei der Bearbeitung von Cyberangriffen befasst sich die Cyberabwehr des LfV im Wesentlichen mit drei Hauptaufgaben: der Detektion, Attribution und Prävention von bzw. vor Cyberspionage- und Cybersabotageangriffen. Das LfV unterstützt (potenziell) betroffene Firmen wie staatliche Stellen bei der Aufarbeitung von Angriffen mit mutmaßlich nachrichtendienstlichem Hintergrund. Die Themenfelder Cyberspionage und Cybersabotage nehmen ebenso bei der präventiven Arbeit des LfV breiten Raum ein.

Kurzlebenslauf Karl-Friedrich Fecht

Referenten

 

Dr. Simon Eilenberger

Bereichsleiter Transport und Verteilung Strom bei der FairNetz GmbH in Reutlingen

Nach dem Abitur im Jahre 2005 studierte Simon Eilenberger Elektro- und Informationstechnik mit der Vertiefung Elektrische Netze und Anlagen an der Universität Stuttgart. Das Studium wurde mit einer Machbarkeitsstudie für regelbare Ortsnetztransformatoren im aktiven Verteilnetz abgeschlossen.
Zwischen 2011 und 2015 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik (IEH) der Universität Stuttgart tätig. Er forschte im Bereich der Smart Grids und bearbeitete vorwiegend Fragestellungen zur Netzberechnung in Niederspannungsnetzen, Netzbelastungssimulationen und der wahrscheinlichkeitsbasierten Lastflussrechnung. Er promovierte am Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik (IEH) mit einer Dissertation im Fachgebiet der Optimierten Spannungshaltung im Verteilnetz.
Zwischen 2016 und 2021 war Simon Eilenberger als Abteilungsleiter für Grundsatzplanung und Asset Management bei der FairNetz GmbH in Reutlingen tätig.
Seit 2021 leitet er bei der FairNetz GmbH die Sparte Strom und verantwortet den Bau, Instandhaltung, Betrieb und die Netzführung im Bereich „Transport und Verteilung Strom“.

Karl-Friedrich Fecht

Oberregierungsrat

Karl-Friedrich Fecht ist Diplom-Verwaltungswirt (FH). Er ist seit 1988 beim Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg tätig. Seitdem befasst er sich präventiv schwerpunktmäßig mit allen Fragen der materiellen (technischen, informations-technischen und organisatorischen) Sicherheit und repressiv mit dem Erkennen und Abwehren technischer Angriffe durch fremde Staaten und deren Nachrichtendienste. Er leitet beim LfV in der Abteilung „Spionage- und Cyberabwehr, Geheim- und Sabotageschutz, Personenüberprüfungen“ das Referat „Cyberabwehr, IT-Sicherheit, Materieller Geheim- und Sabotageschutz“.

Dr. Heiko Lünser

Ministerialrat

Leiter des Referats Netze und Speicher im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg

Dr. Heiko Lünser wurde in Weimar/Thüringen geboren. Im Anschluss an Abitur und Wehrdienst studierte er von 1983 bis 1988 Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Dresden. Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Tragwerksplaner war er von 1991 bis 1997 am Institut für Werkstoffe im Bauwesen der Universität Stuttgart tätig. Dort promovierte er 1997 zum Doktor der Ingenieurwissenschaften.

Im Jahr 1998 begann Dr. Heiko Lünser seine Tätigkeit in der Landesverwaltung Baden-Württemberg. Zunächst arbeitete er im Referat Bautechnik des Wirtschaftsministeriums, danach von 2007 bis 2013 im Referat Grundsatzfragen der Energiepolitik.

 

Seit dem 01. März 2013 leitet er das Referat Netze und Speicher im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg.

Dr. Tobias Weißbach

Leiter Produkte & Nichtstandardisierte Märkte, TransnetBW GmbH, Deutschland

 Herr Dr. Weißbach, Jahrgang 1978, schloss sein Studium der Technischen Kybernetik an der Universität Stuttgart sowie der University of South Australia im Jahr 2004 ab. Im Anschluss arbeitete er als akademischer Angestellter am Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik an der Universität Stuttgart zunächst im Bereich der konventionellen Kraftwerksregelung, danach mehr und mehr auch im Bereich der Netzregelung. Im Jahr 2006 übernahm er am Institut die Leitung der Abteilung „Stromerzeugung und Automatisierungstechnik“. Nach Abschluss seiner Promotion und einem weiteren Jahr an der Universität Stuttgart wechselte er 2010 zur TransnetBW GmbH und übernahm Aufgaben im Bereich Strommarktkopplung und Balancing Märkte. Unter anderem war er Mitglied im Drafting Team für die EU Guideline „Capacity Allocation and Congestion Management“ (CACM). In 2015 übernahm er die Leitung des Teams „Produkte & Grundsatzfragen“ bei der Netzwirtschaft und begleitete die netzwirtschaftliche und regulatorische Weiterentwicklung von Redispatch sowie den Aufbau der Netzreserve in der Regelzone der TransnetBW. Seit 2019 leitet er die Abteilung Produkte & Nichtstandardisierte Märkte und verantwortet sowohl das Produktmanagement u.a. für Redispatch, Netzreserve und weitere Reserven, Blindleistung und Schwarzstartfähigkeit, als auch entsprechende Weiterentwicklungen wie Redispatch 2.0, marktliche Beschaffungsverfahren für nichtfrequenzgebundene Systemdienstleistungen oder die Einführung grenzüberschreitender Kapazitätsmärkte.