Abschlussbericht: Projekt Park4Flex

Wie lässt sich die Ladeflexibilität von E-Autos in Parkhäusern für Strommarkt und Netz nutzen? Der Abschlussbericht von Park4Flex bündelt Ergebnisse aus Systemstudie, Feldtest und Nutzerbefragung.

Veröffentlicht: 30. Oktober 2026 | Kategorie: Allgemein, E-Mobilität, Projekte, Publikationen

Das Verbundvorhaben Park4Flex untersuchte, wie die Ladeflexibilität von Elektrofahrzeugen in konzentrierten Parkräumen erfasst, prognostiziert, aggregiert und markt- sowie netzdienlich genutzt werden kann. Grundlage ist ein Flexibilitätskonzept, das den zeitlichen Spielraum langer Standzeiten in einer Leistungs- und einer Energiedimension beschreibt und so den gewünschten Ladezustand bei Abfahrt sicherstellt.

Eine Systemstudie mit realen Parkdaten und Szenarien bis 2045 zeigt, dass das Potenzial vor allem von Belegung, Elektrifizierungs- und Ansteckrate sowie Netzanschlussleistung abhängt. Preisoptimiertes Laden senkt die Beschaffungskosten deutlich, bidirektionales Laden bringt kaum Zusatznutzen. Optimiertes Laden zur Ausnutzung von erneuerbaren Energien könnte 2045 die PV-Einspeisespitzen in der Regelzone TransnetBW um bis zu 1,5 GW verringern.

Ein Rollen- und Schnittstellenmodell verbindet Parksystem, Ladeinfrastruktur, Aggregator und Flexibilitätsvermarkter für Day-Ahead- und Intraday-Prozesse. Ein Feldtest am IEH bestätigte, dass aggregierte Fahrpläne in Stromgrenzen je Ladepunkt umgesetzt werden können; Ladevorgänge ließen sich bei nahezu allen Fahrzeugen pausieren und fortsetzen. Simulationen mit realen Ladedaten zeigen rund 22 % geringere Beschaffungskosten, wenn Energiebedarf und Abfahrtszeit bekannt sind. Müssen sie prognostiziert werden, entsteht ein Zielkonflikt zwischen Kosten und vollständiger Ladung.

Eine repräsentative Befragung (n = 1.004) zeigt hohe Akzeptanz für gesteuertes Laden bei garantierter Vollladung (74 %), beim bidirektionalen Laden dagegen geringere Bekanntheit und Vorbehalte. Ergänzend entstanden flexible Tarifmodelle, eine CO₂-Bewertung, eine weiterentwickelte Ladesäule und ein Leitfaden. Bidirektionales AC-Laden und Plug&Charge konnten u. a. mangels geeigneter Serienfahrzeuge nicht praktisch erprobt werden. Entscheidend für die weitere Umsetzung sind Fahrzeuginformationen über ISO 15118, robuste Prognosen, offene Schnittstellen und die Erprobung im realen Parkhausbetrieb.

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