Empfehlungspapier: Empfehlungen für die Smart Grids-Roadmap Baden-Württemberg 2.0

Smart Grids in die Fläche bringen: Moderiert von SmartGridsBW und unter Beteiligung von rund 70 Energiewendeakteuren entstand ein Empfehlungspapier für die Überarbeitung der Smart Grids-Roadmap Baden-Württemberg.

Veröffentlicht: 28. Juli 2021 | Kategorie: Allgemein, Publikationen | Autor / Autorin: Christian Schneider

Angestoßen durch die im Jahr 2012/2013 erstellte erste Roadmap für die Umsetzung von Smart Grids in Baden-Württemberg wurden in den letzten Jahren vielerlei Technologien und Einsatzbereiche für Smart Grids entwickelt und in Forschungs- und Demonstrationsprojekten untersucht. Nicht zuletzt mit den Erfahrungen aus dem Projekt C/sells wurden wertvolle Erkenntnisse gewonnen, wie Smart Grids als Energienetze der Zukunft gestaltet sein müssen, um die Dekarbonisierung der Energiewirtschaft und assoziierter Sektoren möglichst effizient zu gestalten.

Das Empfehlungspapier zur SG-Roadmap BW 2.0 wurde im Rahmen eines viermonatigen Prozesses mit rund 70 Teilnehmenden erarbeitet. Dabei wurden ein Kickoff-Workshop und zwei inhaltliche Workshops jeweils von einer vollständig transparenten E-Mail-Konsultationsrunde flankiert. Alle Eingaben wurden gleichberechtigt berücksichtigt, jeder Zwischenstand wurde jeweils von der gesamten Runde kommentiert. Die finalen Inhalte des Empfehlungspapiers entsprechen nun dem Konsens der Teilnehmenden über die Entwicklungsbedarfe für eine Smart Grids-Roadmap BW 2.0.

Auf inhaltlicher Ebene formuliert das Papier unter anderem folgende Punkte:

  • Die wesentliche Erkenntnis und das Motto für die weiteren Entwicklungen lautet: „Smart Grids in die Fläche bringen!“ Es gilt, eine Überführung der entwickelten Techniken in den wirtschaftlichen Dauerbetrieb zu ermöglichen. Hierbei stellen Reallabore eine „Brücke“ für die Überführung der Technologien in den Dauereinsatz dar.
  • Technologien dürfen nicht mehr nur für sich betrachtet werden. Die Netzorganisation, Netztechnik und neue Geschäftsmodelle müssen im Querschnitt gedacht und auch integrativ umgesetzt werden.
  • Sektorkopplung muss konsequent vorangetrieben werden. Dies schließt insbesondere die Wärmegewinnung und -nutzung vor Ort in Quartieren und den Verkehr mit ein.
  • Weiterhin gilt es, eine Verzahnung der Roadmap mit den weiteren Landesaktivitäten und den sehr aktiven Akteuren im Land voranzutreiben, um so Synergien, etwa mit dem Strategiedialog Automobilwirtschaft und der Wasserstoff-Roadmap BW, durch die Ermittlung von Schnittstellen zu heben und gleichzeitig Doppelarbeit zu vermeiden.

Neben der inhaltlichen Dimension zeigte sich auch, dass der Prozess zur Überarbeitung der bestehenden Roadmap sowie deren Aufbereitung partizipativ und transparent ausgerichtet werden sollen:

  • So soll sämtlichen Interessierten die Gelegenheit gegeben werden, an der Ausarbeitung der zukünftigen Roadmap teilzunehmen, auch um auf das große Erfahrungswissen aus vergangenen Projekten zurückgreifen zu können. Dies ermöglicht die Ableitung von Handlungsbedarfen weit über eine theoretische Konzeption hinaus.
  • Für die verschiedenen Bereiche sollen Entwicklungspfade skizziert werden, die durch die Definition von Meilensteinen und Entwicklungsszenarien auch eine Fortschrittsanalyse bei der Umsetzung von Smart Grids in Baden-Württemberg ermöglichen.
  • Die Aufbereitung der Roadmap soll zielgruppenorientiert gestaltet werden, um sowohl die involvierten Energiewendeakteure als auch die interessierte Öffentlichkeit anzusprechen.

Das gesamte Empfehlungspapier für die Überarbeitung der Smart Grids-Roadmap Baden-Württemberg hin zu einer Version 2.0 finden Sie hier zum Download: