Netze BW führt stichtagsbezogenes Vergabeverfahren für Großkundenanschlüsse ein
Ein neues Verfahren der NetzeBW in Absprache mit dem VfEW schafft Transparenz bei knappen Netzkapazitäten für Leistungserhöhungen und Anschlüsse über 950 kW.
Die Netze BW führt in Abstimmung mit dem VfEW ein stichtagsbezogenes Vergabeverfahren für Netzanschlüsse und Leistungserhöhungen über 950 kW in Mittel- und Hochspannung ein. Ziel ist es, verfügbare Anschlussleistungen transparent, fair und diskriminierungsfrei zu verteilen und gut vorbereiteten Projekten mehr Planungssicherheit zu geben. Das Verfahren berücksichtigt Kriterien wie Projektreife, Ortsgebundenheit und Frühzeitigkeit der Anmeldung. Der erste Anmeldezeitraum ist vom 1. November bis 31. Dezember 2026 geplant, die erste Vergabe soll im März 2027 erfolgen.
Der wachsende Bedarf an Netzanschlüssen, insbesondere für Speicherprojekte, erfordert eine Anpassung der Vergabepraxis. Allein im Netzgebiet der Netze BW liegen offene Anschlussanfragen von über 20 Gigawatt in der Hochspannung und 2,2 Gigawatt in der Mittelspannung vor – deutlich mehr als die bisherige Spitzenlast von 7,3 Gigawatt. Da neue Kapazitäten nicht kurzfristig geschaffen werden können, soll das neue Verfahren sicherstellen, dass knappe Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Für bestimmte Vorhaben, wie Anschlüsse von EEG-Anlagen und Anlagen der essenziellen Daseinsvorsorge, bleibt das Windhundprinzip (Bearbeitung nach Eingangsdatum) weiterhin gültig. Ergänzend wird die digitale Mittelspannungsauskunft ab September 2026 erweitert, um mögliche Anschlusspunkte frühzeitig prüfen zu können.