Nachbericht: 2. Energietag der IHK Region Stuttgart
Am 19. August fand der 2. Energietag der IHK Region Stuttgart statt. Hierbei wurden konkrete Maßnahmen vorgestellt, mit denen Unternehmen ihre Energiekosten reduzieren können.
Am 19. August hat die IHK Region Stuttgart gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart zum 2. Energietag eingeladen. Die Veranstaltung richtete sich an Verantwortliche aus dem Energiemanagement, Technik und Nachhaltigkeit insbesondere aus kleinen und mittleren Unternehmen des produzierenden Gewerbes.
Angesichts gestiegener Energiepreise und weltweiter Instabilitäten wurden konkrete Maßnahmen präsentiert, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Energiekosten zu reduzieren, was etwa durch die Ausschöpfung vorhandener Effizienzpotenziale gelinge. Gleichzeitig erhöhen viele der Maßnahmen gleichzeitig die Stabilität ihrer Energieversorgung.
Innovationen aus Baden-Württemberg: Lösungen „vom Ländle fürs Ländle“
Zur Begrüßung betonte Vanessa Bachofer (Geschäftsführerin Mack & Schneider GmbH und Präsidentin IHK Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen) das Innovationspotenzial, das in Baden-Württemberg dem Land der Tüftler und Sparfüchse stecke und formulierte das explizite Ziel an Lösungen „von dem Ländle für das Ländle“ zu arbeiten.
Anschließend gab Christian Schneider von der Smart Grids-Plattform Baden-Württemberg einen Gesamtüberblick zu dem Thema Sektorenkopplung. Nach einer Erläuterung der Sektoren erläuterte er die Bedeutung, diese künftig intelligent zu vernetzen und zu koppeln. Beispiele hierfür waren etwa das Franklin-Quartier in Mannheim oder das Projekt OctoFlexBW.
Marc Hecker und Felix Jaszczak (ADS-TEC Energy) zeigten in ihrem Vortrag auf, wie Batteriespeicher gleichzeitig die Flexibilität und Versorgungssicherheit von Unternehmen erhöhen können. Wichtig hierbei ist die zielgenaue Anpassung der Batteriespeicher an die jeweils vorliegenden Bedarfe. Durch Lastspitzenkappung (lokaler Anwendung) oder der Teilnahme an Flexibilitätsmärkten (globale Anwendung) lassen sich dadurch neue Geschäftsfelder realisieren.
In der anschließenden Pause gab es ausreichend Zeit, sich mit den anderen Teilnehmenden zu vernetzen. SmartGridsBW war mit einem Stand vertreten, welcher auf großes Interesse stieß.
Bestehende Potenziale erkennen und adäquat nutzen
Sebastian Jäger (Jäger-Energietechnik) zeigte in seinem Vortrag anschließend auf, wie Unternehmen ihre Heizsysteme durchdacht betreiben können, und so Synergieeffekte erkennen und nutzen können. Durch eine konsequent durchgeführte Bestandsaufnahme können Unternehmen beachtliches Einsparpotenzial im Heizungsbereich aufdecken.
Dieter Hildebrandt (ebm-papst Mulfingen GmbH) und Daniel Bundschuh (Systemair GmbH) zeigten in ihrem Vortrag die Bedeutung von verlässlichen Lüftungssystemen und adäquatem Raumklima auf: Sie haben direkten Einfluss auf die Effektivität der Mitarbeitenden und verringern das Infektionsrisiko durch den Luftaustausch. Mit der Nutzung von Abwärme und dem Umstellen auf moderne Belüftungssysteme ließen sich demnach 50-70% an Energie sparen für die Belüftung eines Unternehmens.
Digitale Tools und Unterstützung: KI, Smart Meter und IHK-Projekte für KMUs
In der darauffolgenden Viertelstunde wurden drei Projekte der seitens der IHK vorgestellt: Der KEFF+Check für mehr Ressourceneffizienz durch Dennis Seiler, der EnergieResilienzCheck durch Steffen Koci und das Unternehmensnetzwerk Klimaschutz der DIHK durch Katharina Niedrig. Die drei Projekte unterstreichen die vielfältigen Unterstützungsangebote für kleine und mittelständische Unternehmen während der Transformation seitens der IHK Region Stuttgart.
Daniel Gacon und Dr. Alexander Kauffeldt-Thieß (Spicetech GmbH) stellten AI-Tools vor, welche Unternehmen bei Datenaufbereitung unterstützen sollen. Der Fokus liege auf optisch ansprechenden und leicht verständlichen Grafiken. Die Zeit, hin von dem Projektbeginn zur ersten Erprobung mit Endnutzenden sei in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken, was die Hürde enorm herabgesenkt hat, einfach mal neue Projekte auszuprobieren.
Nina Wipfler (Becker Büttner Held) gab in ihrem Vortrag einen Überblick über Stromverträge und Tarife. Sie erläuterte, welche Art von Verträgen sich für welche Unternehmen lohnen und welche rechtlichen Stellschrauben es für die Stromversorgung im Unternehmen gibt.
Der letzte Vortrag des Tages wurde von Dennis Ganaus (R.I.E.MPP Industrieservice GmbH) gehalten. Er zeigte auf, wie Unternehmen Smart Meter und digitale Steuerung gewinnbringend im Unternehmen nutzen können. Mit umfassendem Zählermanagement können Verbräuche zunächst erfasst und im nächsten Schritt entsprechend optimiert werden.
Die Vorträge zeigten insgesamt auf, welche Einspar- und Optimierungspotenziale vorhanden sind, von denen produzierende Unternehmen stark profitieren können. Die Veranstaltung wurde im Rahmen eines gemütlichen Get-togethers im Weinberghäuschen der IHK ausklingen lassen.
Wir bedanken uns bei der IHK Region Stuttgart für die Organisation der rundum gelungenen und vielfältigen Veranstaltung.