Intelligent vernetzt – der Energiepodcast von SmartGridsBW (Folge 3)

In der 3. Folge von „Intelligent vernetzt“ spricht Dr. Heiko Lünser über seine Arbeit, die Digitalisierung der Energiewende in Baden-Württemberg sowie die Bedeutung des Smart Meter Rollouts für die Energiezukunft.

Veröffentlicht: 20. November 2020 | Kategorie: Allgemein, Podcast
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 „Intelligent vernetzt - Der Energiepodcast von Smart Grids BW“

Folge 3 – Mit Dr. Heiko Lünser (Leiter des Referats „Netze und Speicher“ im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg)

Moderation Miriam Eisinger

Miriam Eisinger: Hallo zu „Intelligent vernetzt – dem Energiepodcast der Smart Grids-Plattform Baden-Württemberg“. Bei uns zu Gast ist in dieser Folge Dr. Heiko Lünser. Er ist Referatsleiter im baden-württembergischen Umweltministerium und gemeinsam sprechen wir über die Digitalisierung der Energiewende. Dabei klären wir, was man unter einem Smart Meter versteht und werfen einen Blick in die Energiezukunft.

Herzlich willkommen zur – nun schon – dritten Episode unseres Energiepodcasts. Und auch diese Episode nehmen wir in bewegten Zeiten auf: Corona-Pandemie, US-Wahl, eine sich noch immer zuspitzende Klimakrise und nichtsdestotrotz, oder gerade deshalb, arbeiten wir weiter fleißig an der Energiezukunft. Genau wie unser heutiger Podcast-Gast: Dr. Heiko Lünser. Ich freue mich, dass Sie sich Zeit genommen haben. Hallo Herr Dr. Lünser.

Dr. Heiko Lünser: Hallo Frau Eisinger.

Miriam Eisinger: Herr Dr. Lünser, Sie sind Leiter des Referats „Netze und Speicher“ im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Das klingt jetzt erst einmal ein bisschen abstrakt, vielleicht können Sie uns einen kleinen Einblick geben. Wie können wir uns denn Ihren Arbeitsalltag vorstellen? Mit welchen Themen und Fragestellungen beschäftigen Sie sich eigentlich jeden Tag?

Dr. Heiko Lünser: Das Referat „Netze und Speicher“ ist ein Teil der Abteilung Energiewirtschaft im Umweltministerium und ganz grundsätzlich geht es bei uns darum, das Energiesystem in Baden-Württemberg und natürlich auch über die Grenze von Baden-Württemberg hinaus nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten. Und die Fragen, mit denen wir uns da beschäftigen, sind ganz vielfältig. Beispielsweise: Wie bauen wir die Stromnetze aus, um den Windstrom aus dem Norden nach Süddeutschland in die Industriezentren zu bekommen? Welche Speicher brauchen wir, damit wir auch bei wenig Wind und Sonne immer genügend Strom zur Verfügung haben? Wie schaffen wir es, Ladeinfrastruktur für Elektromobilität in die Netze zu integrieren? Und nicht zu vergessen: Wie können wir unsere Netze noch intelligenter, noch smarter gestalten? Das ist ein kleiner Auszug von vielen spannenden Fragen, mit denen wir uns beschäftigen.

Miriam Eisinger: Das heißt, Sie beschäftigen sich mit ganz entscheidenden Zukunftsfragen, wenn ich das so zusammenfassen kann. Und haben dementsprechend einen hochspannenden Arbeitsalltag. Danke für den Einblick. Jetzt fördert das Umweltministerium die Smart Grids-Plattform ja bereits seit Beginn – eigentlich seit der Gründung – und hat sich im April dieses Jahres zu einer erneuten Förderung bis 2023 entschieden. Worin sehen Sie denn die größten Mehrwerte der Plattform?

Dr. Heiko Lünser: Der wichtigste Mehrwert für uns ist, dass die Plattform wichtige Akteure der Energiewende zusammenbringt und damit letztendlich einen Raum für zielgerichteten Dialog zu einem der wichtigsten Themen der Energiewende, nämlich zu Smart Grids und Digitalisierung schafft. Und die Smart Grids-Plattform ist damit für uns eine Art Bindeglied, oder auch ein Mittler, zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Und an den Schnittstellen zwischen diesen drei wichtigen Säulen ergeben sich oft neue Perspektiven und Ideen, die wir in der Verwaltung gerne aufgreifen. Und für uns ist die Smart Grids-Plattform auch ein Kanal, um Diskussion anzustoßen oder schlicht und einfach nur, um über Initiativen der Landesregierung zu informieren. Ganz wichtig ist für uns auch, dass die Plattform laufend aktuelle Themen aufgreift, beispielsweise mit dem Erfolgsformat der Smart Grids-Gespräche. Und nicht vergessen möchte ich am Schluss, dass die Akteure der Plattform für uns auch ganz verlässliche Ansprechpartner bei allen Fragen rund um das Thema Smart Grids sind.

Miriam Eisinger: Damit haben Sie unsere Arbeit eigentlich ziemlich gut zusammengefasst. Wir vernetzen Akteure, wir informieren über Themen, wir stoßen Projekt an und daran wollen wir anknüpfen und bearbeiten in Zukunft zusätzlich eine Reihe von neuen Themen. Welche Erwartungshaltung verbinden Sie mit der Plattform in der Zukunft?

Dr. Heiko Lünser:  Die Energiewende wird immer komplexer. Wir müssen die Energiewende ganzheitlich denken und deswegen haben wir uns überlegt, dass wir im Zusammenhang mit der neuen Förderung die zu betrachtenden Themenfelder der Smart Grids-Plattform etwas breiter aufgestellt haben wollen als es vorher der Fall war. Themen sind zum Beispiel der Smart Meter Rollout, die Fragen von Elektromobilität und wir werden uns auch mit dem Thema „Smarte Quartiere“ beschäftigen und ganz darüber steht letztendlich das große Thema Sektorkopplung. Wir stellen uns die Smart Grids-Plattform als die Informationsdrehscheibe vor, die immer wieder die richtigen Akteure zusammenbringt und letztendlich auch konkrete Projekte einschiebt.

Miriam Eisinger:  Dabei bewegen wir uns alle auf einem ganz spannenden Feld, weil vieles erst erprobt werden muss, vieles muss getestet und auch gestaltet werden. Was würden Sie sagen, wo stehen wir in Baden-Württemberg in Sachen Digitalisierung der Energiewende und wo wollen wir schlussendlich hin?

Dr. Heiko Lünser: Ich denke, dass wir in Sachen Digitalisierung in Baden-Württemberg gut aufgestellt sind. Die Landesregierung hat relativ frühzeitig erkannt, dass in diesem Bereich Bedarf besteht etwas zu tun und ihre Arbeit auch daran ausgerichtet. Im Jahr 2012 gingen die Aktivitäten zum Thema Smart Grids los, das kann man so definieren und 2013 gab es dann die Smart Grids-Roadmap. Wir haben uns mit dieser Smart Grids-Roadmap überlegt, wie wir die Netze intelligenter und digitaler gestalten können. Die Smart Grids-Roadmap enthielt eine ganze Menge von Vorschlägen und Ideen, wie man in diese digitale Richtung vorgehen kann und viele der darin enthaltenen Ideen und Vorschläge haben wir erfolgreich umgesetzt. Ich denke da vor allen Dingen an die vielen Projekte, die wir über unser Förderprogramm „Demonstrationsvorhaben Smart Grids und Speicher“ angestoßen haben. Dieses Förderprogramm hat immer die Demonstrationsvorhaben im Blick. Jetzt geht es nach unserer Auffassung darum, von diesen Demonstrationsvorhaben hin in die Fläche zu kommen und die Smart Grids letztendlich in der Fläche zu verankern und sichtbar zu machen. Das ist ein ambitionierter Anspruch, aber wir haben als Land Baden-Württemberg auch immer schon das Ziel gehabt Vorreiter zu sein. Und deshalb können wir uns nicht auf Lorbeeren ausruhen, da wir sehen, dass jetzt die Zeit gekommen ist, diese Smart Grids-Roadmap von 2013 anzufassen und einfach mal zu sichten: Muss sie angepasst und überarbeitet werden? Wir haben uns auch vorgenommen bei dem Smart Grids-Kongress, welcher am 09. Dezember 2020 stattfinden wird, genau darüber zu diskutieren. Was war gut an dieser Roadmap? Was haben wir erreicht und was muss angefasst und fortgeschrieben werden?

Miriam Eisinger: Spannend! An der Stelle greife ich das auch noch mal kurz auf: Smart Grids-Kongress am 09. Dezember 2020. Auf der Veranstaltungsseite auf unserer Website finden Sie weitere Infos zum Kongress, die Möglichkeit zur Anmeldung und auch das angesprochene Förderprogramm „Demonstrationsvorhaben Smart Grids und Speicher“. Auch da lohnt sich ein Blick auf unsere Website für alle, die sich einen ersten Eindruck von der Bandbreite an Projekten machen wollen, die in Baden-Württemberg bearbeitet werden. Jetzt möchte ich gerne noch ein weiteres aktuelles Thema aufgreifen. Eins, das in der Öffentlichkeit oft noch gar nicht als solches wahrgenommen wird, nämlich den Smart Meter Rollout. Wir haben hierzu eine repräsentative Studie durchgeführt, welche ergab, dass 68 Prozent der Befragten nicht wissen, was man unter einem Smart Meter beziehungsweise unter einem intelligenten Messsystem versteht. Herr Dr. Lünser, können Sie uns den Begriff für unsere Hörerinnen und Hörer verorten? Und daran anschließend: Welche Rolle spielen Smart Meter im Rahmen der Energiewende?

Dr. Heiko Lünser: Eigentlich ist es ganz einfach. Ein Smart Meter ist ein intelligentes Messsystem und das besteht aus zwei Teilen. Zum einen einem digitalen Zähler, offiziell wird der „moderne Messeinrichtung“ genannt, und einer Kommunikationseinheit, die offiziell dann Smart-Meter-Gateway heißt. Der digitale Zähler zählt den Strom und misst die verbrauchten Kilowattstunden, genau wie das die alten schwarzen Kästen gemacht haben. Diese funktionieren eben bloß auf digitale Art und Weise und das Smart-Meter-Gateway ist dazu da, die von der modernen Messeinrichtung erhobenen Informationen und Daten über einen sicheren Kanal weiterzuleiten. Und die zweite Frage, die Sie gestellt haben: Für uns sind intelligente Messsysteme, eben diese Smart Meter, ganz wichtige Bausteine und ein ganz wichtiger Baustein im Energiesystem der Zukunft. Denn mit zunehmender Anzahl erneuerbarer Energien wird unsere Versorgungsstruktur immer dezentraler und volatiler und trotzdem müssen Angebot und Nachfrage, also Strom-Angebot und Strom-Nachfrage, immer im Einklang sein. Und damit das funktioniert, in dieser immer volatileren und dezentraleren Welt, müssen die verschiedenen Akteure miteinander kommunizieren können und das sind nicht nur wie früher große Energieerzeuger und die Netzbetreiber, sondern auch viele PV-Anlagen, dezentrale Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien. Es gibt Hausspeicher, viele kleine, die am Niederspannungsnetz angeschlossen sind und es gibt viele neue Verbraucher, wie zum Beispiel Wärmepumpen oder Elektrofahrzeuge. Und damit diese ganze Welt immer noch zusammenpasst und ausgeglichen funktioniert, braucht es die Kommunikation zwischen Erzeugern, Netzbetreibern und Verbrauchern und das auf einer moderneren Basis. Natürlich stehen dabei auch Datenschutz und Datensicherheit ganz oben auf der Agenda. Alle Geräte, die eingebaut werden, also diese Smart Meter und insbesondere die Gateways, müssen sich einer aufwendigen Prüfung und Zertifizierung durch das BSI – das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik – unterziehen, sodass die Sicherheit gewährleistet ist.

Miriam Eisinger: Es geht also darum, den Strom aus erneuerbaren Energien, der ja nicht rund um die Uhr immer im gleichen Maße überall verfügbar ist, möglichst effizient zu nutzen und zu verteilen und die intelligenten Messsysteme sind dafür ein ganz wichtiges Element. Jetzt ist seit 2020 der verpflichtende Einbau der intelligenten Messsysteme bei Haushalten mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden festgeschrieben. Das heißt: Das kommt. Es wird auch schon teilweise umgesetzt. Welche Herausforderungen sehen sie denn da? Welche Hürden gibt es im Rahmen des Rollouts und wie kann man diesen ihrer Meinung nach entgegenwirken?

Dr. Heiko Lünser:  Eine Hürde hatte Sie schon angesprochen in der vergangenen Frage, nämlich, dass das Thema „Smart Meter“ vor Ort noch nicht wirklich angekommen ist. Und daher hilft eigentlich nur Informieren, Informieren, Informieren. Denn die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger für diese modernen Geräte ist ganz wichtig und ich will auch nicht verhehlen, dass wir da durchaus Probleme sehen. Es darf zum Beispiel einfach nicht sein, dass ein Monteur vor der Tür steht, klingelt und sagt, er ist mit einem neuen Gerät da und gleichzeitig liegt ein Brief im Briefkasten von einem Akteur, den es bisher nicht gegeben hat, nämlich vom Messstellenbetreiber, der vielleicht auch erstmalig auf Bürger und Bürgerinnen zukommt. Damit so was nicht passiert, müssen alle Akteure transparent darüber aufklären, was das für Geräte sind und weshalb wir letztendlich den Rollout brauchen. Und wenn ich sage alle, dann schließe ich die Politik, die Verwaltung ein und meine aber auch Energieversorger, Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und schlussendlich auch Verbände, oder eben auch die Plattform, die Smart Grids-Plattform, die auch als Player wahrgenommen wird und informieren kann. Und letztendlich müssen irgendwie auch die Betroffenen, diejenigen, die die Geräte eingebaut bekommen, einen Mehrwert haben. Auch da will ich nicht verhehlen, dass es im Moment eine schwierige Geschichte ist, aber wir stellen uns eben doch vor, dass man über Energiemanagement-Werkzeuge oder flexible Tarife, Energieverbräuche und Energiekosten reduzieren kann. Das wären dann Mehrwerte dafür – für die Kunden.  Letztendlich muss man auch transparent machen, dass der große Mehrwert dieser Geräte eben darin liegt, dass das Energiesystem besser funktioniert.

Miriam Eisinger: Gut, also ein ganz wichtiger erster Punkt: Information – haben Sie gesagt. Und zwar Information seitens aller beteiligter Akteure. Das ist ein gutes Stichwort für mich an dieser Stelle. Meine Kollegen haben nämlich kürzlich im Rahmen des Projektes C/sells einen Leitfaden erarbeitet, der alle wichtigen Informationen rund um den Smart Meter Rollout ziemlich gut zusammenfasst. Das heißt, wenn Sie jetzt gerade zum ersten Mal von einem Smart Meter gehört haben, dann lesen Sie gerne in diesem Leitfaden weiter. Den kann man kostenfrei auf unserer Website downloaden.  Der zweite Punkt, den Sie genannt hatten, waren die Mehrwerte, die es zu erarbeiten gilt. Und dass es neben dem generellen Mehrwert, quasi der Aussicht, dass die Energiewende vorangetrieben wird, dass wir uns von den fossilen Energiequellen so schnell wie möglich verabschieden können, künftig auch individuelle Mehrwerte geben soll. Zum Beispiel, dass ich als Verbraucherin ganz genau sehen kann, wofür ich wann wie viel Energie verwende und was es mich kostet und dass ich durch flexible Tarife dann auch ganz explizit Geld sparen kann. Noch ist es ja ein bisschen Zukunftsmusik, aber in jedem Fall ist das die Richtung, in die wir uns bewegen. Spannendes Thema, da bleiben wir auf jeden Fall dran. Weitere große Zukunftsthemen, denen sich die Smart Grids-Plattform verschrieben hat, sind neben den Smart Grids, den intelligenten Netzen, die wir ja im Namen tragen, das Thema Elektromobilität und das Thema Sektorkopplung und Smarte Quartiere. Jetzt könnte man eigentlich für jedes der Themen noch mal eine gesonderte Podcast-Folge aufnehmen. Vielleicht machen wir das auch in Zukunft. In Kürze jetzt hier noch mal an Sie: Was ist Ihrer Meinung nach jetzt und künftig wichtig, um die Themen voranzutreiben?

Dr. Heiko Lünser:  Wenn ich es ganz kurz machen darf oder soll, dann würde ich sagen: Wir müssen es einfach schaffen, den Blick aller Akteure in der Energiebranche über ihren eigenen Sektor hinaus zu öffnen. Die Energiewende wird ja sehr häufig auf den Begriff Stromwende reduziert und das ist sie eigentlich nicht mehr, oder sollte sie auch nicht sein. Denn wir haben eine Wärmewende und wir haben auch eine Mobilitätswende und wir müssen es da irgendwie schaffen alle zusammenzubringen, alle zu vernetzen und letztendlich auch über die Bedeutung dieser Sektorkopplung aufzuklären und vielleicht dahin zu kommen, dass man auch Projekte initiiiert, die genau in diese Richtung gehen. Da ist vielleicht ein smartes Quartier ein schönes Beispiel, denn was ist ein smartes Quartier? Das ist genau das, wo wir beispielsweise Erzeugung von erneuerbaren Energien, eine energieeffiziente Wärmeversorgung und Mobilitätskonzepte zusammenbringen. Hier ein simples Beispiel: Die PV-Anlage auf dem Dach ist verknüpft mit einem Speicher und einer Ladesäule für ein Elektrofahrzeug. Das klingt jetzt erst einmal ziemlich simpel, ist aber im Detail doch im größeren Quartier eine sehr anspruchsvolle Aufgabe und diese Dinge sollten wir in Zukunft einfach mehr im Fokus haben. Wir wissen, dass es noch nicht für alle diese Ideen, die es ja durchaus gibt, die passende Regulierung gibt. Das ist ein Thema, was die Politik in letzter Zeit auch mehr im Blick haben muss, aber da sind wir auch dran.

Miriam Eisinger: Zum Abschluss unserer Episode, das hat sich über die letzten Folgen jetzt so ein bisschen etabliert, kommt wie immer eine persönliche Frage. Mich würde interessieren, wie Ihre ganz persönliche Zukunftsvision aussieht. Angenommen wir befinden uns in der Energiewelt des Jahres 2035. Was sehen wir? Wie sieht das Energiesystem aus?

Dr. Heiko Lünser: Ja, ich bin Beamter und Beamte sind bekanntermaßen immer ein bisschen nüchtern. Deswegen ist das vielleicht nicht so eine hochtragende Vision, die ich hier formuliere. Ich denke nämlich, dass wir mit dem Energiepolitischen Zieldreieck aus Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit schon einen guten Kompass für die Zukunft haben. Und was heißt das dann 2030? Ich gehe davon aus, dass die Energiewelt des Jahres 2030 nachhaltiger, umweltverträglicher sein wird, als sie heute ist und ich gehe auch davon aus, dass sie genauso sicher und genauso bezahlbar sein wird wie heute. Das sollte letztendlich unser Anspruch sein. Insgesamt stelle ich mir ein Energiesystem vor, in dem zwischen den Sektoren noch stärker kommuniziert wird. Und dabei ist natürlich die Digitalisierung, dabei sind Smart Grids Teil der Lösung, damit sich zum Beispiel Flexibilitätspotentiale passgenau ergänzen und ganz simpel gesagt ein Elektroauto dann lädt, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht und wenn die Netze das auch hergeben. Und genau dazu brauchen wir Smart Grids und letztendlich auch die Smart Meter als Kommunikationsschnittstellen an den Endpunkten. Das wäre vielleicht die Vision eines baden-württembergischen Beamten.

Miriam Eisinger: Ja und mit diesem schönen Schlusswort, mit der Vision eines baden-württembergischen Beamten, beenden wir die aktuelle Podcast-Folge. Herr Dr. Lünser, noch einmal ganz herzlichen Dank an Sie, dass Sie bei uns zu Gast waren.

Dr. Heiko Lünser: Ja, vielen Dank Frau Eisinger.

Miriam Eisinger: Ich habe auf jeden Fall wieder einiges gelernt. Ich hoffe unsere Zuhörenden auch. In diesem Sinne: Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge von „Intelligent vernetzt – dem Energiepodcast der Smart Grids-Plattform Baden-Württemberg“.